07 Donnerstag September 2010

DRS Virus Musiknews

Das Neuste zuerst. Aus der Schweiz und international.

Entdeckt: GuyVincent – Talk to me

Fünf gestandene Luzerner Musiker tun sich als GuyVincent zusammen und machen ein Album. Heraus kommen Songs die zwischen funky, rockig und poppig hin und her pendeln. Erfrischende Songs sind da um das Bandmastermind Michel Gsell entstanden. «Ich spiele gerne mit Gegensätzen» sagt dieser und das hört man auch. Gsell zeichnet sich sonst für die Streicherarrangements auf den Alben von Heidi Happy verantwortlich. Reinhören! Mehr

Entdeckt: Mintzkov - «Author of the Play»

Nein, sie sind nicht aus Russland, sondern aus Belgien und spielen melancholischen Gitarrensound, der zum ruhigen Zuhören einlädt. Mintzkov sind im Moment gerade ziemlich rastlos auf Europatour und machen auch in der Schweiz Halt; in Luzern und Basel am 12. und 13.9.2010.
Ihre Herkunftsstadt Antwerpen teilen sie übrigens mit der seit 20 Jahren aktiven Band dEUS. Die Bassistin von Mintzkov, Lies Lorquet, hat bei dEUS auch schon auf ein paar Tracks mitsingen dürfen. Mehr

Entdeckt: Chilly Gonzales – «I am Europe»

Entweder total durchgeknallt oder dann ruhig und schön. Bei Chilly Gonzales gibt es kein Zwischendurch. Sein Geld verdient er als «Gonzales» mit klassischen Pianosongs. Seinen Spass hat der ausgebildete Pianist aus Kanada dann aber als «Chilly Gonzales», wo er eine Mischung aus Nonsense und Elektro-Hypster Songs produziert. Zeitkritisch war er schon immer, der neuste Track «I am Europe» ist aber sehr dadaistisch geraten. Songzeilen wie «Ich bin ein Bild aus Haaren an einem Nudistenstrand und esse McDonalds» lassen keine allzu grossen Erkenntnisse zu. Aber es ist sehr vergnüglich anzuhören, was der seit zwölf Jahren in Berlin und Paris lebende Chilly Gonzales offenbar über Europa denkt. Und beim Anhören des Songs wird klar: Es ist ein eher dunkles Bild vom alten Kontinent.

I am Europe auf youtube Mehr

Choo Choo haben Garage verlassen

Die sympathischen Choo Choo aus Bern legen diesen Winter ihren Zweitling nach und präsentieren sich in einem neuen Sound-Kleid. Nachdem ihr Debut im 2008 noch nach Garagen-Pop klang, ist bei den neuen Songs nichts mehr von der Garage zu hören. Vielleicht liegt das daran, dass sie ihre neue Platte in Schweden aufgenommen haben. Einen ersten Eindruck vom neuen Sound von Choo Choo kannst du dir im Schweizer Musik Podcast geben. DRS Virus-Moderator Ivo Amarilli hat zwei erste Vorabtracks in seiner Sendung CH-Gschnätzlets gespielt. Mehr

Cecilia machts französisch

My Heart Belongs To Cecilia Winter sind eine der wenigen Deutsch-Schweizer Bands, die in der Westschweiz Gehör bekommen. Sie spielten am Festineuch, am Paleo Festival und werden vom Westschweizer Radiosender Couleur 3 rauf und runter gespielt. Als Dankeschön an die Romandie haben My Heart Belongs To Cecilia Winter ihren Song «Eighteen» auf Franzöisch neu aufgenommen. Dieser heisst jetzt «Dix-huit» und wird hier als Gratis-Download verschenkt. «Ich habe diese Sprache neu entdeckt und finde sie klingt verdammt sexy», erzählt Thom, Sänger der Band, bei DRS Virus. Kann also gut sein, dass es auf der nächsten Platte der Zürcher weitere Songs auf Französisch hat. Mehr

Entdeckt: Nkoder aus Moldawien

«Der Track klingt so schön schräg, wie er heisst», grinst Mental X. «Alice on Acid tripping in Ultraland» heisst er und produziert hat ihn Nkoder, ein Newcomer aus Moldawien. Der Mann, der aussieht wie ein russischer Astronaut im Kontrollraum, produziert vorzugsweise sehr psychedelische Electro-Tunes.

Mental X ist Host der gleichnamigen Sendung und stellt die angesagten Club-Tunes vor, jeweils Samstags von 20-23 Uhr auf DRS Virus. Die Sendung ist auch als Podcast erhältlich. Mehr

Reingehört: Lindsay Powell, «Another Time»

Die 26-jährige Lindsay Powell klingt ein bisschen wie wenn Björk zu Hause in der Küche Musik machen würde. Zur Zeit veröffentlicht die Sängerin aus Chicago unter dem Pseudonym «Fielded» als Solomusikerin. Sonst ist sie unterwegs mit der Progrock-Band Ga’an und der Folk-Combo Festival. Eine Besessene, sagt der Musikblog 78s über Lindsay Powell und empfiehlt den Song «Another Time» für den musikalischen Wochenstart. Mehr

Entdeckt: Brisa Roché - Sweat King

Brisa Roché: Ein Name, wie eine kühle Brise über fernen Feuchtgebieten. Und genau dort, umspült von Wellen des pazifischen Ozeans und weit weg von der urbanen Zivilisation, wuchs die junge Brisa auf – ohne Strom, wohlgemerkt. Dass das naturverbundene Mädel trotzdem sein Talent zur Singer-Songwriterin entdeckte, verdankt sich dem ungewöhnlichen Elternhaus, waren ihre Erzeuger doch beide nicht nur Aussteiger und Abenteuer, sondern auch Künstler. Und so verliess Blumenkind Roche mit zarten 16 Jahren als Gitarristin die Idylle, um ihr musikalisches Glück zunächst in der Grunge-Hochburg Seattle, dann in unterschiedlichen Emo- und Popformationen zu suchen. Mit diesen zog sie als Vagabundin um die Welt – bis der Tod ihres Vaters die Sängerin einholte. Daraufhin dislozierte Roche nach Paris, wo sie sich fortan im Jazz versuchte und dabei vom legendären Blue-Note-Label entdeckt wurde. Doch auf alten Rezepten mochte sich die dunkelhaarige Schönheit auch hier nicht ausruhen, und so liess sie in die warme Jazz-Atmosphäre nicht nur rebellische Klänge aus Ska oder Punk einfliessen. Nein, zusätzlich veredelt die Exotin ihre Songs mit Versatzstücken aus dem verträumten Hippiesound ihrer Jugend: Eine reizende Reminiszenz an ihre ruralen Wurzeln. Mehr

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