Trilogie mit Happy End

Mark Oliver Everett produziert Musik am Laufmeter. Der Singer-Songwriter aus Los Angeles, der hinter dem Projekt Eels steckt, ist so aktiv wie kein Zweiter. Innerhalb eines Jahres hat er drei Alben veröffentlicht. Sein neues Album «Tomorrow Morning» schliesst seine Trilogie ab.

Die Trilogie besteht aus den Alben «Hombre Lobo», «End Times» und «Tomorrow Morning». Mit jedem der drei Alben erzählt uns Mark Oliver Everett einen Teil seiner persönlichen Geschichte und lässt uns in seine Gefühlslage blicken. Everett ist ein Meister, wenn es darum geht, seine Fans mittels Musik an seinem Leben teilnehmen und oft auch mitleiden zu lassen.

Seine meist herzzerreissenden Texte basieren nicht etwa auf aufgeblasenen Alltagsproblemen, sondern erzählen die wahren Schicksalsschläge, die der Musiker in den letzten Jahren einstecken musste. Einige davon, wie der Tod seiner Schwester, seines Vaters und seiner Mutter verarbeitete er auch schon in früheren Alben vor den Aufnahmen zu «Hombre Lobo».

Album 1: Hombre Lobo – Die Resignation
(Vö: Mai 2009)

All die Schicksalsschläge hinterliessen bei Everett eine «Scheiss-Egal-Haltung» und Resignation. In den Texten von Hombre Lobo ist seine verzweifelte Gleichgültigkeit gut zu erkennen. So singt er im Song «Ordinary Man»:

«Well its another warm day
In a city of cold hearts
They all just play the part
Of who they are
And I'm here, On my own
Id rather be alone»

Everett gibt uns aber auch wieder Hoffnung, dass er sich nicht ganz aufgibt. Im Song «Fresh Blood» ist sogar ein Verlangen da, dass ihm jemand (Seine Lebensgefährtin? Man weiss es nicht so genau) aus dem Elendssumpf hilft:

«You gotta pull me out of this mud
Sweet baby I need fresh blood»

Album 2: End Times – Die totale Depression
(Vö: Januar 2010)

Die besungene Lebensgefährtin im ersten Album rettet ihn nicht, viel mehr wird sie zu seinem entgültigen Untergang. Nach einer Ehekrise verlässt ihn seine russische Ehefrau.

Die Scheidung ist das Hauptthema auf dem Album «End Times», gute Zeiten sind in weite Ferne gerückt. Es ist das düsterste und depressivste Album der Trilogie. Sein Liebeskummer ist im Song «In My Younger Days» nicht zu überhören:

«She is gone now, and nowhere near
Seems like end times are here»

Album 3: Tomorrow Morning – Das Happy End?
(Vö: August 2010)

Die Hoffnung ist schon fast verblasst, da zeigt sich die Sonne doch noch. Das dritte Album der Trilogie klingt leicht und fröhlich, was für Eeels äusserst ungewohnt ist. Dies ist kein bewusstes Stilmittel von Mark Oliver Everett, sondern logische Konsequenz eines Sängers, der sich so glücklich fühlt wie schon lange nicht mehr. Die Songs tragen Namen wie «Baby Loves Me» «Looking Up» oder «This Is Where It Gets Good».

Wir wünschen Mark Oliver Everett weiterhin alles Gute! Die Eels-Albentrilogie ist unser DRS Virus Morgenplättli, die ganze Woche hören wir rein zwischen 6 und 10 Uhr auf DRS Virus.
(29.08.2010)

1 Kommentar

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hon

31 Dienstag August 2010 11:50

mark oliver everett

ein ganz gaaaaanz grosser!!...
bei der soeben vollendeten trilogie bitte seine anderen wunderbaren scheiben nicht vergessen. - und noch ein buchtipp: "things the grandchildren should know" - autor: mark oliver everett - original englisch lesen, sei an dieser stelle wärmstens empfohlen!!
schon nur der deutsche titel, rollt einem die zechen-nägel nach ganz hinten! wünsche angenehme lese-stunden...

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