Open Air Lumnezia 2010
Wo ist sie nur geblieben, die Sonne, die uns die letzten Wochen so schön begleitet hat am Open Air St. Gallen, am Open Air Frauenfeld, am Gurtenfestival? Im «Tal des Lichts» Val Lumnezia war sie nicht anzutreffen.
Es regnet und hat Nebel. «Von den schönen Bergen hier sieht man im Moment leider gar nichts! Kompass mitnehmen kann nicht schaden bei dem Nebel...», berichtet uns Danilo Bavier. Gummistiefel und warmer Faserpelz sind dieses Jahr also Pflicht am «Open Air in da Berga» auf 1200 M.ü.M..
Der Samstag
Nach einer nassen, wohl ziemlich ungemütlichen Nacht schälen sich die Festivalbesucher aus ihren Zelten für das Konzert der Baseballs am Mittag. Die Berliner Band wird danach per Heli abgeholt! Da kümmert es die Jungs wohl auch nicht, dass ihr Tourbus im Schlamm stecken bleibt.
Der Regen setzt kurz ein als Bonaparte ihre Show beginnen. Trotz frösteligen Temperaturen verzichten sie nicht auf ihre skurille Bühnenperformance mit viel nackter Haut. Das Publikum hält sich mit Tanzen warm.
Die HipHop Urgesteine Sens Unik spielen am Open Air Lumnezia ihren zweitletzten Festivalauftritt diesen Sommer. Im Interview mit DRS Virus sagt Carlos Leal: «Unsere Jubiläumstour macht uns grossen Spass.» Mit im Gepäck am Lumenzia: Steff La Cheffe. Es ist der erste Open Air Gastauftritt der Berner Rapperin, die von Carlos begeistert angekündigt wird: «Sie ist jung, sie ist schön, sie ist Steff La Cheffe!» Nach der Clubtour im Herbst ist aber definitiv Schluss. Sens Unik-DJ Just One: «That's the real end of Sens Unik.»
DRS Virus-Moderator Danilo Bavier nach zwei Tagen Lumnezia: «Das Wetter war wie das Programm, von allem gab es etwas. Ein kleines grosses Open Air mit familiärem Groove. Nur schade, dass man das wunderbare Bergpanorama nicht sah.»
Der Freitag
Regen, Rock, Rap und Reggae dominieren den ersten Festivaltag im Val Lumnezia. Für den Regen im Überfluss ist Petrus verantwortlich. Für den Rock die in die Jahre gekommenen Ami-Rocker Papa Roach, die das Publikum trotz kalten Temperaturen in Scharen mitreissen.
Reggae und damit einen Hauch Sommer bringen die Schweizer Acts Da Sign & the Opposite und Open Season ins Val Lumnezia:
Normalerweise muss eine Band drei Stunden vor ihrem Auftritt da sein. Doch wo sind Open Season? Es hat sie nicht weggespült, sie sind auch nicht unter einen Erdrutsch gekommen, sondern ihr pfefferminzfarbiger Bus steckt im Stau fest. Knapp vor ihrem Auftritt um 18 Uhr treffen sie ein und Sänger Santosh und seine Band hilft beim Aufstellen auf der Bühne. DRS Virus-Moderator Danilo Bavier: «Die waren in ihren Trainingsanzügen wie aufgescheuchte Schwalben. Auf der Bühne hat man vom Stress nichts mehr gemerkt.» Open Season bleiben gleich noch im schönen Tal des Lichts und werden am Samstag baden gehen, wenn es denn besseres Wetter gibt...
«Während dem Interview hat einer von Da Sign and the Opposite das Blumenstrauss-Wasser mit Cola verdünnt und als Zahnwasser benützt. So was ist mir noch nie passiert!» freut sich DRS Virus Moderator Danilo Bavier.
Für den Rap ist der Hilltop Hoods Ersatz Samy Deluxe zuständig. Trotz seiner grauen Haare (ha!) und dem Wetter pilgert das Publikum in Mengen vor die Bühne. Trotz Nebel mit Sonnenbrille witzelt er: «Hier ist ja das gleiche Scheiss-Wetter wie in Hamburg». Ein erwürdiger Ersatz für die australischen Hilltop Hoods! Rap zum zweiten gibt es von den Headlinern N.E.R.D - und das trotz ihrer Angst vor den hohen Bergen.
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