Open Air St. Gallen 2010
Was haben wir gestaunt, als The Strokes direkt vor unserem Sendewagen aus dem Auto stiegen. Wer es mit Julian Casablancas aufs Foto geschafft hat und andere schöne Geschichten aus dem Sittertobel, gibt's hier!
Schuhe, Wasser und oben ohne
Gummistiefel waren am Open Air St. Gallen fehl am Platz. Und trotzdem: Die Schweizer Christopher Christopher, die am Freitag das Open Air St. Gallen eröffneten, wünschten sich besseres Schuhwerk: «Auf der grossen Bühne war es so heiss, ich hätte Schuhe mit dickerer Sohle mitnehmen sollen, ich habe mir beinahe die Füsse verbrannt», erzählte uns Christopher Christopher-Sänger Olivier nach dem Konzert.
Jonathan Pierce, der Sänger der New Yorker Band The Drums hatte noch viel schlimmere Befürchtungen: « Letztens bin ich wegen der Hitze bei einem Konzert fast zusammen gebrochen. Ich hoffe, dass mir das hier nicht passiert». DRS Virus gibt Entwarnung: Sämtliche Mitglieder von The Drums waren auch nach dem Konzert noch wohlauf.
Das heisse Wetter war auch bei den Australiern von The Temper Trap Thema. Sie lobten das Schweizer Publikum für ihren Umgang mit Sonnencreme. Bei Festivals in ihrer Heimat sei das leider anders: Die Menschen unterschätzen die australische Sonne und sehen dann aus «like a lobster», erzählt Frontmann Doughy Mandagi.
Den besten Tipp zur Abkühlung gab's am Freitag von den unheimlich sympathischen Schotten Biffy Clyro: «Alle Kleider ausziehen. Vor allem die Frauen sollten das tun. Dann haben auch die Männer Spass», meint Sänger Simon Neil. Er machte es vor und spielte das ganze Konzert oben ohne.
Ah ja. Aufs Foto mit The Strokes-Sänger Julian Casablancas hat's unsere 78s-Moderatorin Barbara Weber geschafft. Ebenfalls ein Foto wollten: Andrea Fehr, Ivo Amarilli und Anic Lautenschlager. Die hatten allerdings keine Eier und liessen The Strokes davon zotteln.
Ausblicke. Whisky. Go England!
Den wohl schönsten Start in den zweiten Tag des Open Air St. Gallens hatten Bonaparte. Die bunte Truppe mit Schweizer Frontmann hatte ihren Nightliner an einem besonders schönen Ort platziert: «Wir sind aufgewacht und haben direkt auf die St. Galler Kläranlage gesehen». Wahrer Schauplatz von Bonaparte war dann aber die Sternenbühne, wo sie in brütender Hitze vollkostümiert zu überzeugen mochten. Am Ende der Show zum Teil auch ganz kostümlos: «Der Mann im String-Tanga hat mir am besten gefallen», meinte eine sichtlich erquickte Dame im Publikum.
Nicht ganz so überzeugend war die Bühnenshow von Robert Francis. Der junge Kalifornier, der beim Interview mit DRS Virus noch sehr sympathisch von seinem Hund und seinem kalifornischen Lifestyle erzählte, wurde auf der Sternenbühne wortkarg. Ausserdem rissen alle Gitarren- und Basssaiten, die nur reissen konnten. Die so entstandenen, sehr langen Pausen nutzte Robert Francis, um sich mit einer Flasche Whisky zu beschäftigen. Was zumindest erklärt, warum er so eine hübsche, tiefe Stimme hat.
Viel mehr Freude machte eine Stunde später - zu bester Zeit um 22:30 - der Headliner: Die englischen Kasabian. Zu Beginn noch ein wenig kühl (Frontmann Tom Meighan wollte und wollte seine Sonnenbrille nicht abziehen), liessen Kasabian den Funken immer mehr überspringen und das Sittertobel sang inbrünstig mit. Ein wahres Highlight. Danke Kasabian. Danke Open Air St. Gallen.
In unserer Sendung «MusicLab» auf SF zwei (immer Donnerstags nach Mitternacht) lässt Moderator Ivo Amarilli das Open Air St. Gallen nochmals revue passieren. Ihr gehts direkt zum Video.
Dank DRS Virus weisst du, was an den Festivals des Sommers abgeht. Klick hier für die ganze Übersicht. (27.06.2010)
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