Zürich Open Air 2010

Gelungene Konzerte, toller Sound, zuviel Regen und am Anfang organisatorische Probleme. Das erste Zürich Open Air wird von den Besuchern und Organisatoren als «gelungen» bezeichnet.

«Nach der Katastrophe von Duisburg wurden die Sicherheitsauflagen verschärft, darum musste die Feuerpolizei das Gelände noch inspizieren» erklärt Remo Brunner, Medienverantwortliche vom Zürich Open Air, auf Anfrage von DRS Virus. Erst gegen 15.30 Uhr (statt wie geplant um 12 Uhr) konnten die Bescher und Besucherinnen auf das Gelände strömen und ihre Zelte aufschlagen.

Nur verhalten kam nach diesen Startschwierigkeiten Open Air Stimmung auf auf dem Gelände in Rümlang. Die Besucher, die stundenlang vor dem Eingang hatten warten müssen, waren entweder "not amused" oder bereits besoffen wie ein Rudel Russen am 1. Mai. Das Zeltaufstellen ging entsprechend schleppend von statten und auch die ersten Konzerte von den Local Natives und den Shout out Louds waren äusserst spärlich besucht und wurden ohne Zugabe beendet.

Richtige Open Air Stimmung kam erst mit dem Gig von Hole am frühen Freitagabend auf: Die Riot Grrrls beeindruckten mit Bühnenpräsenz und gutem Zusammenspiel und Mama Courtney Love mit ihrer Punkröhre und der Tatsache, dass sie (wenigstens aus der Ferne) um keinen Tag älter wirkte als 15.

Kaum hat es angefangen war es dann aber auch schon wieder vorbei mit der friedlichen Spätsommerstimmung am Zürich Open Air: Pünktlich auf den Gig von The Hives begann es wie aus Eimern zu giessen. Und es hörte nie wieder auf. Zwar konnten die Hives die Stimmung noch mit bomastischer Show und purem RocknRoll vor Drei Tage Regenwetter bewahren, und auch zu Groove Armada schwangen die durchnässten, schlammgebadeten Besucher noch munter das Tanzbein. Spätestens mit dem Konzert der (nicht sehr überzeugenden) Placebo setzte dann jedoch der Massenexodus zur vielbeschworenen "eigenen" Tramstation des Zürich Open Airs ein. Einige Tausend Feierwütige blieben wohl zurück, man wird sie morgen allerdings kaum noch von der sie umgebenden Schlammhölle unterscheiden können.

Am Samstag waren dann Faithless der Abräumer des Abends: Der 53-jährige Frontmann Maxi Jazz versprühte gute Stimmung und viel Sympathie, das kam beim Publikum sehr gut an. DRS Virus Moderator Simon Lanzi schwärmt auch von den Visuals: «Wie von einem Atari-Computer, schön verpixelt, super!».
Nach Faithless standen Underworld auf der Bühne und konnten leider keine rechte Stimmung mehr erzeugen, Faithless schien alles schon aufgebraucht zu haben.

The XX waren ein kleiner Kontrast zu allen anderen Konzerten: Die Leute standen einfach da und hörten zu. «Ruhig und cool» war das Konzert, schwärmt Simon Lanzi.

(27.08.2010)

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