Die Verweichlichung des Technos

Indie-Rock und Popmusik bedienen sich bereits seit längerem in der elektronischen Trickkiste. Dass Technoheadz plötzlich zur Gitarre greifen, überrascht da schon eher.

Aus hippen Berliner Clubs erschallen akkustische Klänge, Elektronika-Labels releasen Singer-Songwriter Alben, etablierte DJs und Produzenten greifen zur Gitarre und versuchen sich als Sänger. Beispiel gefällig?

1. Apparat
Sascha Ring, besser bekannt auch unter dem Namen Apparat war früher bekannt als Produzent von sphärischen Technotracks mit beinahe mathematischer Präzision. Heute tritt Apparat mit Band auf und versucht sich auf seinem neuen Album «Devils Walk» als Sänger. Und dies mit grossem Erfolg. «Devils Walk» wird von Kritikern gelobt und die Konzerte von Apparat & Band sind ausverkauft.


2. Ruede Hagelstein
Auch der Produzent Ruede Hagelstein steht neuerdings auf Akkustisches: «Im Techno und im House hat grad niemand neue Ideen», findet der gebürtige Berliner. «Da wird nur noch recyclet und konsumiert». Nur folgerichtig erscheint es da, dass das Debutalbum von Ruede Hagelstein kaum noch nach Techno klingt, dafür aber umso mehr Folk- und Indie-Elemente enthält.

3. BPitch Control
Und auch ganze Labels wenden sich plötzlich ganz neuen Genres zu. Zum Beispiel BPitch Control: Das Label der Grande Dame des Technos, Ellen Allien, releast das Debutalbum der brasilanischen Sängerin Dillon. Und dieses klingt keineswegs elektronisch.

Aber - warum? Die Hypothesen, die (selbsterfundenen) Erklärungen und die Musik der abtrünnigen Technoheadz gibt's am Mittwoch, 9. November von 17 - 20 Uhr im Soundsofa auf DRS Virus.


Noch keine Kommentare

Schreibe hier einen neuen Kommentar:

 

Mediabox

Blättern

♥ Downloadtipps ♥

♥ Jesca Hoop: «Born to»
♥ The Afghan Whigs: «See & Don't See»
♥ Mr Ms: «Hurricane»
♥ Round Table Knights: Seit heute erhältlich - der neueste DRS Virus-Minimix des Berner DJ-Duos